Wagners Warnung: Fehler von Lissabon darf sich niemals wiederholen!

Wagners Warnung: Fehler von Lissabon darf sich niemals wiederholen!

Beim FC Augsburg stehen derzeit Mert Kömür und andere Nachwuchstalente im Rampenlicht. Nach dem überzeugenden 3:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg endete nicht nur eine Niederlagenserie, sondern es waren vor allem junge Spieler, die entscheidende Impulse setzten. Kömür, der aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum stammt, glänzte mit einem Tor und einer Vorlage.

Die Vorlage verwertete Noahkai Banks, ein weiteres Talent aus der Augsburger Jugend, was das neue Konzept des Vereins unterstreicht. Geschäftsführer Michael Ströll und seine Kollegen sehen darin die Zukunft des Klubs. Trainer Sandro Wagner bleibt jedoch vorsichtig und möchte seine jungen Spieler nicht zu früh überfordern. Er betont: „Grundsätzlich ist es wichtig, dass junge Spieler so viel Ruhe wie möglich in der Entwicklung haben. Dass man sie nicht zu schnell nach oben hebt – und auch nicht zu schnell den Deckel draufmacht.“

Wagner verweist auf Erfahrungen aus der Nationalmannschaft, wo sich Spätstarter wie Deniz Undav oder Robert Andrich etablieren konnten. Seiner Meinung nach braucht es ein sensibles Gespür für den richtigen Zeitpunkt, um junge Talente an höhere Aufgaben heranzuführen. Genau das möchte er auch in Augsburg umsetzen, indem er den Nachwuchsspielern Geduld und Unterstützung bietet.

Die Arbeit mit jungen Talenten sieht Wagner als eine besondere Aufgabe: „Es ist immer schön, wenn man talentierte Jungs begleiten darf. Das ist eine tolle Aufgabe als Fußballtrainer. Wichtig ist natürlich, dass der junge Spieler, diese jungen Menschen auch wissen, dass erstmal ein hartes Stück Arbeit auf sie wartet. Erstmal wirklich nur Arbeit, Arbeit, Arbeit, Arbeit. Das ist die Basis. Nicht zufrieden sein.“

Wagner spricht aber auch die Schattenseiten an. Viele Talente schaffen den Sprung zu den Profis beim FCA nicht. Einige haben den Verein verlassen und sich woanders durchgesetzt. „Das ist ja nicht nur Noahkai Banks oder Mert Kömür, das ist auch noch der eine oder andere, der hinten dran lauert. Und schon der eine oder andere, der leider nicht mehr beim FCA spielt. Wenn man sich anschaut, wer da alles rumspringt in der Bundesliga. Oder bei Benfica Lissabon.“

Ein prominentes Beispiel ist Franjo Ivanovic. Er kam als 13-Jähriger zum FCA, verließ den Klub ohne einen Profieinsatz und wechselte über Kroatien und Belgien für fast 23 Millionen Euro zu Benfica. Wagner hatte an dieser Entwicklung keine direkte Beteiligung, beschäftigt sich aber mit der Thematik. Er hebt hervor: „Das ist a) eine herausragende Arbeit in unserem NLZ, das ist nicht selbstverständlich. Und b) natürlich auch traurig, dass sie nicht alle bei uns spielen. Wir dürfen diesen Fehler nicht nochmal machen, wir müssen die Jungs bei uns behalten. Emotional und inhaltlich. Da sind wir aktuell auf einem ordentlichen Weg.“

Trotzdem bleibt die Herausforderung bestehen, Talente nicht nur auszubilden, sondern sie auch langfristig an den Verein zu binden. Wagner sieht darin eine zentrale Aufgabe für die Zukunft des FC Augsburg. Seiner Ansicht nach wird der Erfolg des Klubs maßgeblich davon abhängen, wie es gelingt, junge Spieler zu integrieren und ihnen Perspektiven aufzuzeigen.

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