Union steht vor Mega-Deal: Verhandelt der Traditionsklub mit einem Finanzgiganten?
Der 1. FC Union Berlin befindet sich aktuell inmitten umfangreicher Infrastrukturmaßnahmen, wobei auf dem Vereinsgelände gleich mehrere Bauprojekte laufen. Zu den wichtigsten Vorhaben zählen die Erweiterung des Trainingszentrums mit einem neuen Funktionsgebäude und einer Parkgarage sowie der geplante Ausbau des Stadions „An der Alten Försterei“.
Ursprünglich war vorgesehen, das Stadion auf 40.500 Plätze zu erweitern. Aufgrund verkehrstechnischer Herausforderungen wird das Projekt nun zunächst auf eine Kapazität von 34.500 Zuschauern ausgelegt, wie Präsident Dirk Zingler kürzlich erläuterte. Eine spätere Vergrößerung des Stadions schloss er dabei ausdrücklich nicht aus.
Die Finanzierung dieser ambitionierten Projekte stellt den Klub angesichts gestiegener Zinsen vor große Herausforderungen. Über die Stadionbetriebs-AG wurden sogenannte Schmuckaktien verkauft, wodurch theoretisch bis zu 60 Millionen Euro Kapital hätten eingeworben werden können. Letztlich kamen 24,9 Millionen Euro zusammen, wobei 20 Millionen vom Verein selbst und 4,9 Millionen von Fans stammen.
Trotzdem verfügt die Stadionbetriebs-AG nach Aussage Zinglers nun über eine „robuste Eigenkapitalstruktur“ mit mehr als 30 Millionen Euro Stammkapital. Doch damit sind die Kosten für die geplanten Bauprojekte noch lange nicht gedeckt, weshalb der Verein nach weiteren Finanzierungsquellen sucht.
Gespräche mit der RAG-Stiftung, die unter anderem in Immobilien investiert, verliefen laut Recherchen des kicker ergebnislos. Aktuell verhandelt Union mit dem Private-Equity-Unternehmen Bregal über eine Millionenpartnerschaft. Ein sogenanntes „term sheet“, also eine Absichtserklärung in Finanzierungsfragen, soll bereits unterzeichnet worden sein. Das Volumen des möglichen Deals beläuft sich laut Informationen auf bis zu 100 Millionen Euro.
Bregal, hinter dem unter anderem die Unternehmerfamilie Brenninkmeijer steht, ist im Bereich Private Equity aktiv und verwaltet mehrere milliardenschwere Fonds. Bereits in der Vergangenheit zeigte das Unternehmen Interesse an Investitionen im Profifußball. Im Jahr 2021 führte Bregal langwierige Verhandlungen mit dem VfB Stuttgart über eine Beteiligung und Darlehen in Höhe von insgesamt 100 Millionen Euro, der Deal kam am Ende jedoch nicht zustande.
Der 1. FC Union kommentierte die Namen möglicher Finanzierungspartner nicht, auch Bregal reagierte auf Anfrage nicht. Die Zukunft der Bauprojekte hängt daher maßgeblich von erfolgreichen Verhandlungen mit Investoren ab.




