Das Leben von Rudi Völler ist Thema einer neuen, detailreich produzierten Dokumentation von Regisseur Marc Schlömer, die über ein Jahr hinweg entstand. Der Film, der am 3. Oktober auf Sky und Wow erscheint, beleuchtet den Weg des Fußballstars von seiner Geburt in Hanau bis zu seiner internationalen Karriere. Völler selbst war zunächst nicht überzeugt, ließ sich aber nach monatelanger Überzeugungsarbeit auf das Projekt ein.
Die Doku zeigt Völler in verschiedenen Lebensabschnitten und Orten, etwa beim Besuch seiner Geburtsstätte in Hanau oder zuhause in Düsseldorf. Besonders im Fokus stehen private Momente – vom Padel-Tennis mit seinen Söhnen bis zu Gesprächen in der Küche. Diese Einblicke machen die Authentizität der Doku aus und ermöglichen es den Zuschauern, Völler als Menschen kennenzulernen.
Trotz seiner großen Popularität wird Völler in der Dokumentation nicht glorifiziert. Der Film betont seine Bodenständigkeit und Ehrlichkeit – Eigenschaften, die er auch seinen Kindern vermittelt hat. „Er konnte auch ein Ekelpaket sein“, erklärt Reiner Calmund, langjähriger Wegbegleiter und Mentor. Dieser Teil der Persönlichkeit bleibt nicht ausgespart.
Völlers Frau Sabrina, die er während seiner Zeit in Rom kennenlernte und 1995 heiratete, kommt in der Doku ebenfalls zu Wort und spricht offen über die privaten Seiten ihres Mannes. Sie erinnert sich etwa an den legendären Ausbruch Völlers auf Island 2003, der politische Wellen schlug: „Ich habe ihn auf Italienisch beschimpft.“ Ihre Ehrlichkeit trägt dazu bei, das Bild von Völler zu vervollständigen.
Die Dokumentation beleuchtet auch einige berühmte Momente seiner Karriere, wie die Spuckattacke von Frank Rijkaard während der WM 1990 oder das entscheidende Spiel gegen Kaiserslautern 1996. Völler bleibt dabei stets fair und nachsichtig: „Wenn Markus Münch eine Eintrittskarte will, kriegt er notfalls meine.“
Neben Familienmitgliedern und Wegbegleitern kommen prominente Freunde wie Lothar Matthäus und Marius Müller-Westernhagen zu Wort. Letzterer sagt über Völler: „Rudi begegnet jedem auf Augenhöhe.“ Der Film nutzt zudem Einblicke aus dem kicker-Archiv, um die Sportlerkarriere mit seriösen Fakten zu untermauern.
Marc Schlömer betont, dass die Doku vor allem durch den Zugang zum Privatleben Völlers lebt: „Es war an der Zeit für diese Doku. Und das Neue ist der Eintritt in das Privatleben. Damit hätte ich nie gerechnet. Rudi hat schnell Freude daran entwickelt.“ So entsteht ein vielschichtiges Bild des beliebten Fußballers, das weit über sportliche Erfolge hinausgeht.