Damar jagt Kramaric – Wer schnappt sich den Torjäger-Thron?
Die Partie zwischen Hoffenheim und Bayern München endete mit einer überraschenden Entscheidung: Trainer Christian Ilzer setzte zum ersten Mal Muhammed Damar anstelle des langjährigen Stammspielers Andrej Kramaric in die Startelf. Diese Entscheidung sorgte für Aufsehen, denn Kramaric hatte bislang immer gegen Bayern begonnen und gilt mit seinen Toren als einer der erfolgreichsten Torschützen gegen den Rekordmeister.
Ilzer erklärte nach dem Spiel: „Schon in der Vorbereitung hat man einfach gesehen, dass es immer ein offenes Duell war zwischen beiden, zwischen einem sehr, sehr erfahrenen, verdienstvollen Spieler und einem jungen Spieler mit riesigem Potenzial. Mo hat sich ständig aufgedrängt und sich diesen Einsatz einfach verdient.“ Damar rechtfertigte das Vertrauen mit einer engagierten Leistung und hätte beinahe kurz vor der Pause getroffen, doch Bayerns Min-jae Kim verhinderte den Ausgleich mit einer Rettungstat auf der Linie.
Nach gut einer Stunde wurde Damar schließlich wieder durch Kramaric ersetzt – ein Rollentausch, der in dieser Saison eher umgekehrt häufiger vorkam. Bereits im Pokalspiel gegen Rostock ersetzte Damar Kramaric und beide verbuchten jeweils eine Vorlage. In anderen Partien blieb Damar jedoch oft nur die Rolle des Jokers, wie beim Saisonauftakt in Leverkusen, wo er nicht zum Einsatz kam.
Beim 1:3 gegen Eintracht Frankfurt debütierte Damar in der Bundesliga für Hoffenheim und wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Auch beim 4:2-Erfolg in Berlin kam Damar erst spät aufs Feld, nachdem Kramaric zuvor per Elfmeter getroffen hatte. Mit seinem Startelfdebüt gegen Bayern konnte Damar nun einen Achtungserfolg verbuchen, auch wenn ihm ein Torerfolg verwehrt blieb.
Der Konkurrenzkampf zwischen dem erfahrenen Kramaric und dem aufstrebenden Damar bleibt weiterhin offen. Ilzer sieht darin einen positiven Effekt für das Team: „Andrej nimmt solche Entscheidungen sportlich und kämpferisch und das ist auch mein Zugang“, sagte der Trainer. Er betonte, dass kein Spieler Einsatzzeiten geschenkt bekommt, unabhängig vom Alter oder der bisherigen Vereinszugehörigkeit.
Die Zukunft beider Spieler bleibt spannend. Während Damar altersbedingt als Hoffnungsträger für die kommenden Jahre gilt, ist Kramarics Zukunft in Hoffenheim noch offen. Vertragsverhandlungen wurden vorerst abgebrochen, da die Vorstellungen auseinandergehen. Im Winter sollen Gespräche fortgesetzt werden, wenn sich Kramarics Rolle klarer abzeichnet. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Duell zwischen den beiden weiterentwickelt und wer sich im nächsten Spiel gegen Freiburg durchsetzen kann.




