Trainer-Karussell dreht sich in Europa: Diese Länder wechseln ihre Coaches am häufigsten!
Die Bundesliga erlebt bereits nach nur drei Spieltagen der neuen Saison zwei Trainerwechsel, während sie im vergangenen Jahr noch als eine der geduldigeren Ligen Europas galt. Besonders auffällig ist der Vergleich mit anderen europäischen Ligen, wo die Zahl der Trainerwechsel in manchen Ländern deutlich höher ausfällt.
In der serbischen Super Liga etwa wurden laut dem aktuellen „European Club Talent and Competition Landscape Report“ der UEFA in der letzten Saison 32 Trainerwechsel registriert – das entspricht im Schnitt zwei pro Verein. Das führt dazu, dass Trainer häufig nicht einmal versuchen, eine dauerhafte Unterkunft zu finden, da der Job ohnehin meist von kurzer Dauer ist. Die Ausnahme bildete Vladan Milojevic, der nach dem Double mit Roter Stern Belgrad seinen Posten behalten durfte.
In Deutschland sind diese Zahlen noch fern, doch die aktuelle Entwicklung könnte darauf hindeuten, dass die Bundesliga bald aufholt. Mit Erik ten Hag in Leverkusen und Gerardo Seoane in Mönchengladbach mussten bereits zwei Trainer nach nur drei Spieltagen gehen, was mehr ist als in allen anderen Top-5-Ligen Europas zusammen. In der Premier League gab es hingegen bislang erst einen Wechsel, als Ange Postecoglou Nuno Espirito Santo in Nottingham ersetzte.
In der gesamten vergangenen Saison verzeichnete die Bundesliga lediglich elf Trainerwechsel, drei weniger als noch im Jahr davor. Damit tauschte die Hälfte der 18 Clubs mindestens einmal den Trainer aus, was Deutschland im europäischen Vergleich zu einem eher stabilen Umfeld machte.
In anderen europäischen Ligen ist die Fluktuation deutlich höher. Neben Serbien fiel besonders die Türkei mit 30 Trainerwechseln auf – ein Wert, der bereits im Vorjahr noch höher lag. Innerhalb der Top-5-Ligen Europas zeigt sich Italien besonders nervös: Nur 20 Prozent der Serie-A-Clubs beendeten die Saison mit demselben Trainer, mit dem sie begonnen hatten. Frankreich und Spanien lagen mit 16 beziehungsweise 13 Trainerwechseln ebenfalls über dem deutschen Wert, während England mit neun Wechseln knapp darunter blieb.
Die größte Beständigkeit unter den europäischen Erstligisten herrscht in Norwegen, wo Trainer im Schnitt 2,7 Jahre im Amt bleiben. Insgesamt wechselten laut UEFA 60 Prozent der 734 europäischen Erstligisten in der Saison 2024/25 mindestens einmal den Trainer – das entspricht dennoch einem Rückgang um acht Prozent. Erstmals seit der Saison 2019/20 lag der Wert „Trainerwechsel pro Klub“ mit 0,98 wieder unter eins.
Am anderen Ende der Skala rangiert Bulgarien, wo Trainer im Schnitt lediglich 0,2 Jahre – also weniger als zweieinhalb Monate – im Amt bleiben. In Deutschland lag die durchschnittliche Amtszeit mit 1,4 Jahren etwas über dem europaweiten Durchschnitt. Sollte sich der Trend der frühen Trainerwechsel fortsetzen, könnte die Bundesliga im kommenden Jahr jedoch einen deutlichen Anstieg der Fluktuation erleben.




