Bayern-Manager Eberl wehrt sich energisch gegen Rücktrittsgerüchte – „Erinnert euch an Berti Vogts!“
Max Eberl, Sportvorstand des FC Bayern, stand am Freitag im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, nachdem Ehrenpräsident Uli Hoeneß zuletzt öffentlich Kritik geübt hatte. Trotz der Spekulationen um seine Person denkt Eberl nicht an einen Rückzug. Vielmehr zeigte er sich routiniert im Umgang mit solchen Situationen, denn Überraschungen sind für den erfahrenen Fußballfunktionär selten geworden.
Vor dem Heimspiel gegen den Hamburger SV konzentrierte sich der Großteil der Presseanfragen nicht auf das sportliche Geschehen, sondern auf die jüngsten Kommentare von Hoeneß. Eberl betonte zunächst, dass das abgeschlossene Transferfenster und die getätigten Transfers für ihn im Vordergrund stünden. „Wir haben eine Transferperiode hinter uns gebracht, in dem wir vieles umgesetzt haben, was wir uns vorgestellt haben. Das ist das, was am langen Ende für uns zählt. Jetzt geht es für uns um Fußball und nichts anderes.“
Als Eberl später erneut auf die „Ratschläge“ von Hoeneß angesprochen wurde, gab er in einem ausführlichen Statement Einblick in seine Gefühlslage. Er schloss mit den Worten: „Wie es mir persönlich geht, das bleibt bei mir.“ Zuvor hatte er betont, dass Leidenschaft und Empathie für ihn zentrale Werte seien. „Ich bin der, der hier einen guten Job machen möchte“, sagte Eberl und blickte auf seinen Start bei Bayern im März 2024 zurück, als die Trennung von Thomas Tuchel bereits beschlossen war.
Er ging zudem auf die Kritik von Hoeneß ein, er sei zu „empfindlich“. Eberl sagte dazu: „Wir reden ja von ‚empfindlich‘. Da muss man erstmal das Wort definieren: es heißt empfinden, heißt fühlen. Heißt: Für was bereit sein, für was kämpfen. Wenn du nicht fühlst, wenn du nur einen Job machst … Wenn man das will, dann ist das sehr kalt. Ich glaube, die ganze Welt und unsere Gesellschaft ist sehr kalt und rücksichtslos.“
Eberl betonte, dass er seit Beginn seiner Tätigkeit bei Bayern mit Leidenschaft arbeite. Auch die Verpflichtung von Vincent Kompany als Trainer sei für ihn eine wichtige Entscheidung gewesen. Kompany beschrieb er als „herausragende Persönlichkeit“. Die Arbeit endete jedoch nicht mit der Trainersuche: Wichtige Vertragsverlängerungen mit Spielern wie Jamal Musiala, Alphonso Davies, Joshua Kimmich und Manuel Neuer gehörten ebenfalls zu seinen Aufgaben.
Im Sommer folgten zahlreiche Spielerveränderungen. Eberl setzte auf junge Talente und leitete Maßnahmen zur Kostenreduzierung ein. „Wir haben gesagt: Wir wollen auf unsere Talente gehen, die noch sehr jung sind. Wir haben angefangen, Kosten zu senken, Einnahmen zu generieren. Das ist das, wofür ich stehe.“
Schließlich wurde Eberl persönlich und erinnerte an seine Anfänge in Gladbach, als Berti Vogts ihn öffentlich kritisierte. „Alle Dinge, die ich erreicht habe, dafür musste ich kämpfen, dafür musste ich hart arbeiten“, sagte er. „Aber nicht ich allein. Ich habe nur funktioniert, wenn die Leute da waren. Das ist das Geschäft im Fußball.“
Rücktrittsgedanken hat Eberl nicht. „Mein Herz ist hier. Never ever habe ich daran gedacht, hier hinzuschmeißen. Dafür habe ich viel zu viel noch vor. Ich möchte nicht einfach bei Bayern München arbeiten, sondern ich möchte mit Bayern München erfolgreich sein. Das ist das, wofür ich jeden Tag aufstehe.“ Nach dreieinhalb Minuten endete Eberl mit: „Und wie es mir ganz persönlich geht, das bleibt bei mir.“




