Hjulmand am Abgrund: Warum Mainz für ihn zum Albtraum wurde
Nach mehreren Jahren kehrt Kasper Hjulmand als Trainer in die Bundesliga zurück. Nach seinem wenig erfolgreichen Engagement bei Mainz 05 in der Saison 2014/15 übernimmt der Däne nun das Traineramt bei Bayer 04 Leverkusen. Diese Entscheidung sorgte bei den Fans zunächst für Skepsis, da Hjulmands Bilanz in Mainz alles andere als überzeugend war.
Sein damaliges Abschneiden bei Mainz wurde vor allem durch eine hohe Anzahl von Unentschieden geprägt. In den 21 Spielen unter seiner Leitung gab es nur sieben Niederlagen, dafür aber gleich zehn Remis – der Höchstwert der Liga zu jener Zeit. Die Mannschaft erzielte 27 Tore und kassierte 30 Gegentreffer, was zu einer Tordifferenz von -3 führte.
Obwohl diese Zahlen auf den ersten Blick unspektakulär wirken, bewegte sich Mainz damit im Bereich der Bundesliga-Mittelfeldteams. Dennoch blieb der sportliche Erfolg aus, was letztlich zur Entlassung Hjulmands führte. Ausschlaggebend war weniger die Zahl der Niederlagen als vielmehr die vielen Punkteteilungen, die das Team in die Nähe der Abstiegsplätze brachten.
Ein zentraler Kritikpunkt war Hjulmands beharrliches Festhalten an einer Spielidee, die auf Ballbesitz ausgerichtet war. Die Verantwortlichen in Mainz bewerteten diese Entwicklung skeptisch. Christian Heidel sagte rückblickend: „Ich habe immer gesagt: Kasper ist ein Toptrainer. Er war bei uns vor über zehn Jahren aber vielleicht zu früh in der Bundesliga und wollte mit uns etwas spielen, was mit Mainz 05 noch nicht möglich war.“
Hjulmand versuchte, Mainz von einem pressingorientierten Team zu einer Ballbesitzmannschaft umzugestalten. Tatsächlich steigerte er den Ballbesitz von 46 auf 51 Prozent, wodurch Mainz in dieser Statistik den siebten Platz in der Liga belegte. Dennoch reichte dies nicht aus, um sportliche Stabilität zu gewährleisten, und nach dem 8. Spieltag lag das Team trotz eines guten Saisonstarts nur einen Punkt vor einem Abstiegsplatz.
Die Konsequenz war, dass Hjulmand sich nicht von seinem Konzept abbringen ließ und deshalb seinen Posten verlor. Bei Bayer 04 Leverkusen wird genau dieser Ansatz ausdrücklich gewünscht und gefordert. Dort gilt seine Überzeugung als Stärke. Nun liegt es an Hjulmand zu beweisen, dass sein Stil unter besseren Bedingungen auch in der Bundesliga erfolgreich sein kann.




