Unions Sportchef Heldt schockiert Fans mit Aussage: „Wir sind in vielerlei Hinsicht wirklich sexy“
Horst Heldt, der Sportchef von Union Berlin, hat nach dem Ende der Transferperiode ausführlich über die vergangenen Wochen und die personellen Entwicklungen im Verein gesprochen. Dabei stand vor allem der geplatzte Wechsel von Jeremiah St. Juste sowie die Situation um Diogo Leite im Mittelpunkt seiner Ausführungen.
Bezüglich der Transferperiode betonte Heldt, dass Union nun mehr Flexibilität im Angriff habe. In der Vergangenheit habe das Team stark auf Benedict Hollerbach gesetzt, doch nun sei die Mannschaft breiter und variabler aufgestellt. Heldt erklärte: „Jetzt sind wir flexibler in der Lage, Tore zu schießen. Früher haben wir viel auf Benedict Hollerbach gesetzt. Die Variabilität wird uns im Laufe der Saison helfen. Qualitativ haben wir in der Breite dazugewonnen. Der Gegner muss mehr als nur einen Spieler aus dem Spiel nehmen.“
Zur Situation von Diogo Leite sagte Heldt, dass ein Wechselwunsch bestand, man sich aber gemeinsam darauf geeinigt habe, dass der Spieler nicht regelmäßig mit der Mannschaft trainiere, um Verletzungen zu vermeiden. „Es gab bei ihm einen Wechselwunsch. Wir haben es alle gemeinsam für sinnhaft erachtet, dass er wenig bis gar nicht mittrainiert, weil er sich auch im Training verletzen könnte. Es gab verschiedene Themen, aus verschiedensten Gründen ist es nicht zu einem Abschluss gekommen. Aber woanders ist das Transferfenster noch geöffnet. Es ist aber schwierig, jetzt in die Glaskugel zu schauen. Wir müssen ihn aber nicht abgeben.“
Sollte Leite beim Klub bleiben, sieht Heldt einen schrittweisen Wiedereinstieg vor: „Er hat längere Zeit nicht kontinuierlich mittrainiert. Man muss ihn dann langsam wieder heranführen. Das wird dann ein Prozess sein. Wir werden ihn sukzessive an das Niveau heranführen, wenn er nicht wechseln sollte.“
Der geplatzte Transfer von Jeremiah St. Juste wurde damit begründet, dass Union den Kader verschlanken und verjüngen wollte, aber nur bis zu einer bestimmten Frist zusagen konnte. Heldt erklärte weiter: „Wir wollten im Kader schmaler und jünger werden, konnten nur bis zum 1. September zusagen. Wir haben uns für Diogo Leite mit einer Alternative beschäftigt. Wir wollten aber nicht größer werden als ohnehin. Deswegen ist der Wechsel nicht zustande gekommen. Es wäre der Best-Case gewesen, Leite zu verkaufen und dafür einen Ersatz zu holen.“
Auch den Vergleich von Transfers zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Periode sprach Heldt an. Transfers am Anfang der Periode seien nicht mit solchen am Deadline Day vergleichbar, da verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Zum Transfer von Benedict Hollerbach äußerte er sich zufrieden: „Ein Transfer am Anfang ist nicht gleichzusetzen mit einem Transfer am Ende, wo andere Faktoren noch einfließen. Aber auf den Transfer von Benedict Hollerbach angesprochen, sind wir mit dem wirtschaftlichen Aspekt sehr zufrieden. Wir dürfen nicht vergessen, dass sich bei einem Transfer alle einig sein müssen.“
In Bezug auf kreative Spieler im Kader zeigte sich Heldt optimistisch und verwies auf die Spielweise der Mannschaft. „Ich glaube nicht, dass Kreativspieler aussterben. Wir haben das teilweise im Kader. Es zeichnet uns aus, dass wir einen sehr intensiven Fußball spielen. Jeder muss in der Lage sein, richtig Gas zu geben. Aber ich habe bei uns teilweise schöne Ballstafetten gesehen.“
Zu Absagen von potenziellen Neuzugängen sagte Heldt: „Seitdem ich hier bin, erinnere ich mich nicht an eine Absage von einem Spieler, den wir holen wollten. Wir sind in vielerlei Hinsicht wirklich sexy. Es macht Spaß, hier Fußball zu spielen. Es ist ein Fußball, der die Menschen hier mitnimmt.“
Abschließend sprach Heldt über den Youngster Ilyas Ansah, der positiv aufgefallen sei. Dieser habe einen vielversprechenden Start hingelegt und zeige gute Ansätze, müsse aber weiterhin hart an sich arbeiten. „Er ist sehr vielversprechend gestartet. Man hat beim Spiel in Dortmund gesehen, dass er schon anders wahrgenommen wurde. Das ist ein Prozess, den er jetzt durchlaufen muss. Wir müssen ihm die Zeit geben, weil er noch sehr jung ist, nichts ist selbstverständlich. Er muss jede Woche wieder bei null anfangen.“




