Collins‘ Nominierung löst Schockwellen aus: Wird das die Entscheidung, die alles verändert?
Die erstmalige Nominierung von Nnamdi Collins in die deutsche Nationalmannschaft ist nicht nur für den jungen Verteidiger selbst, sondern auch für Eintracht Frankfurt ein bedeutender Meilenstein. Cheftrainer Dino Toppmöller betrachtet das bevorstehende Debüt seines Schützlings jedoch gelassen und bezeichnet es als „nur einen weiteren Schritt“ auf dessen beeindruckender Laufbahn.
Besonders auffällig war die Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann, neben Robin Koch auch Collins und nicht Jonathan Burkardt in den Kader für die anstehenden Länderspiele zu berufen. Burkardt hatte das Final Four der Nations League verletzungsbedingt verpasst, was die Wahl von Collins umso bemerkenswerter macht. Für den 21-jährigen Düsseldorfer, der erst 2023 zu Eintracht Frankfurt wechselte, setzt sich damit der rasante Aufstieg fort.
Seine Flexibilität wurde bereits bei der U-21-EM unter Beweis gestellt, als Collins auf der rechten Abwehrseite agierte – eine Position, die er meist auch bei Frankfurt bekleidete. Zuletzt setzte Toppmöller ihn allerdings häufiger als Innenverteidiger ein. Nagelsmann äußerte sich am Mittwoch zurückhaltend zur geplanten Position von Collins: „Was er bei uns spielt, verrate ich noch nicht … vielleicht eine Mischung aus beidem.“
Auch Toppmöller sieht kein Problem darin, dass Collins in der Nationalmannschaft eine andere Rolle übernehmen könnte als bei seinem Verein. Er verweist auf Joshua Kimmich: „Joshua Kimmich spielt bei Bayern auf der Sechs und war zuletzt in der Nationalmannschaft Rechtsverteidiger. Ich glaube, dass das kein Ausschlusskriterium ist, vor allem, weil die beiden Positionen, Innenverteidigung oder Außenverteidigung, noch mal deutlich näher zusammenliegen.“
Die Entwicklung von Collins beschreibt Toppmöller als konstant und bodenständig. Trotz seiner rasanten Fortschritte sei er stets lernbereit geblieben. „Er ist ein Junge, der trotz seiner guten Spiele und trotz dieser steilen Kurve, die dann für ihn nach oben ging, immer weiter lernbereit gewesen ist und zugehört hat. Er will Dinge annehmen, Dinge verbessern und das ist der Schlüssel, wieso er genau da angekommen ist, wo er jetzt ist“, hebt Toppmöller hervor.
Für den Trainer steht fest, dass Collins auch perspektivisch ein Gewinn für die DFB-Elf ist. „Nnamdi bringt für jeden Trainer einfach ein total interessantes Paket mit. Natürlich ist er noch nicht am Ende seiner Entwicklung, und natürlich gibt es Dinge, die er verbessern muss“, so Toppmöller. Bereits in der vergangenen Saison habe Collins auf hohem Niveau überzeugt.
Julian Nagelsmann lobte nicht nur Collins, sondern auch die Arbeit bei Eintracht Frankfurt insgesamt. Toppmöller mache eine „super Arbeit“ und Markus Krösche sei ein „genialer Manager“. Die gute Zusammenarbeit zwischen Nagelsmann, Toppmöller und Krösche hat bereits in Leipzig Früchte getragen.
Toppmöller schätzt die öffentliche Anerkennung, bleibt aber realistisch: „Natürlich ist das auf der einen Seite eine schöne Momentaufnahme, aber wir wissen natürlich auch, was dahintersteckt, und zwar nicht nur jetzt, sondern auch in der letzten Saison: extrem harte Arbeit, extrem viel Fleiß, extrem viel Investment.“ Auch in dieser Spielzeit arbeite das Team an Verbesserungen und wolle den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen.
Die Herausforderungen der Champions League werden als zusätzlicher Energiefaktor gesehen. „Ich glaube, die gewisse Emotionalität, die eine Champions-League-Saison mit sich bringt, zieht auch Energie und da müssen wir einfach schauen, wie wir mit diesen Dingen zurechtkommen.“ Für Collins könnte der September besonders emotional werden, wenn er in der Slowakei oder gegen Nordirland sein Debüt für die A-Nationalmannschaft feiert.




