Hellmann schlägt Alarm: Bundesliga droht ohne mehr internationale Reisen den Anschluss zu verlieren!
Eintracht Frankfurt hat im Zuge ihrer USA-Reise Louisville verlassen und ist nach Philadelphia weitergereist. Axel Hellmann, Vorstandssprecher des Vereins, begleitete das Team und nutzte die Gelegenheit, die Bedeutung solcher Auslandstouren für die Bundesliga zu betonen. Er fordert von anderen Klubs mehr Engagement in internationalen Zielmärkten.
Für die Spieler von Eintracht Frankfurt stellt das Trainingslager in den USA eine physische Herausforderung dar. In Louisville herrschten Temperaturen von 35 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit. Hellmann sieht darin einen Vorteil für das Team: „Es ist gut für den Zusammenhalt und den Spirit, bei den hohen Temperaturen an die Grenzen und darüber hinaus zu gehen.“ Auch Nathaniel Brown berichtet: „Hier ist es schon extrem. Wenn du hier laufen kannst, kannst du in Deutschland noch mehr laufen.“ Dennoch gibt Brown zu, dass er das Training im deutschen Regen bevorzugen würde.
Die Stimmung innerhalb der Mannschaft beschreibt Hellmann als äußerst positiv. Er lobt die Geschlossenheit, den Teamgeist und die Leistungsbereitschaft der Spieler. „Mich beeindruckt die Geschlossenheit der Gruppe, das Miteinander. Es springt wirklich ins Auge, dass eine unfassbare Zusammengehörigkeit, gute Umgangsformen, guter Spirit und große Leistungsbereitschaft vorhanden sind“, erklärt Hellmann. Die anstehende Champions-League-Saison sei für alle ein besonderer Ansporn.
Auch die Trainingsbedingungen in Louisville werden von Hellmann als exzellent hervorgehoben. Die Stadt bemühe sich um ideale Abläufe, was im Zusammenhang mit der möglichen Rolle als Gastgeberstadt bei der Weltmeisterschaft 2026 stehe. Er spricht zudem von einem „abergläubischen Spirit“, da im Vorjahr an gleicher Stelle der Grundstein für eine erfolgreiche Saison gelegt wurde.
In Philadelphia setzt Eintracht Frankfurt verstärkt auf Vermarktungsaktivitäten, begleitet von einer Delegation aus Frankfurt und Vertretern der Wirtschaftsförderung. Hellmann sieht die Expansion in die USA als notwendigen Schritt, warnt jedoch vor überzogenen Erwartungen: „Wir treten in einen Markt ein, der nicht auf Eintracht Frankfurt wartet. Der wartet im Übrigen auch nicht auf Borussia Dortmund und Bayern München. Der US-amerikanische Fußball- und Sportmarkt ist so groß und so dynamisch, dass es nicht darum geht, einen Markt zu erobern. Die Bundesliga als Brand hat es schon schwer, hier wahrgenommen zu werden. Wer wären wir, dass wir behaupten, wir als Eintracht Frankfurt machen jetzt die USA klar?“
Die Bedeutung eines langfristigen Netzwerkaufbaus unterstreicht Hellmann anhand eines Beispiels: Der Transfer von Omar Marmoush zu Manchester City sei nur dank der über Jahre gepflegten Kontakte nach Abu Dhabi reibungslos und zu einem attraktiven Preis möglich gewesen. „Ohne unsere Beziehungen nach Abu Dhabi wäre dieser Deal so schnell und zu diesem Preis nicht möglich gewesen“, so Hellmann.
Auch sportlich sieht Hellmann Vorteile in der US-Reise. Er lobt das hohe sportliche Niveau an amerikanischen Akademien, High Schools und Colleges, merkt jedoch an: „Ich glaube, dass wahnsinnig viele hochtalentierte junge Sportler hier einfach durch den Rost fallen und nicht entdeckt werden. Es gibt kein klassisches Vereinswesen, wie wir das kennen.“ Ziel sei es, durch engere Verbindungen Talente für den europäischen Fußball zu gewinnen.
Hellmann kritisiert, dass andere Bundesligaklubs im internationalen Vergleich zu wenig präsent sind. Er betont: „Die Bundesliga muss mehr reisen. Es muss einen Beitrag für die Wertschöpfung der Bundesliga im Ausland geben. Wenn wir das nicht tun, gehen die Erlösströme immer stärker zu denen, die das machen. Dann geht die Schere weiter auseinander.“ Die Premier League habe bereits einen kaum einholbaren Vorsprung, jedoch sieht Hellmann Chancen, den Abstand zu Spanien zu verringern.
Abschließend fordert Hellmann, dass mehr Klubs Reisen in die Kernmärkte unternehmen und Medienverträge abschließen sollten, um die Bundesliga international besser zu positionieren. „Volle Stadien, tolle Atmosphäre, gute Bilder und tolle Produktionen faszinieren überall auf der Welt. Trotzdem sind uns einige voraus. Wir müssen eine stärkere Präsenz entfalten“, erklärt er abschließend.




