VfB im Millionenpoker mit Winamax: Geht es hier um das große Geld?
Der überraschende Trikotsponsorwechsel des VfB Stuttgart kurz vor dem DFB-Pokalfinale 2025 sorgte für heftige Diskussionen. Kurz vor dem Anpfiff des Endspiels gegen Arminia Bielefeld verkündeten die Schwaben, dass der bisherige Hauptsponsor Winamax nicht wie gewohnt auf der Brust prangen würde. Stattdessen sprang kurzfristig die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ein.
Als offizieller Grund wurden damals vertragliche Unstimmigkeiten genannt. Hintergrund war offenbar, dass Winamax aus Frankreich angeblich vereinbarte Zahlungen nicht geleistet hatte. Ursprünglich war von einer Summe von 2,5 Millionen Euro die Rede, doch inzwischen wurde der Streitwert korrigiert.
Laut einer Mitteilung des Landgerichts Stuttgart, bei dem der VfB mittlerweile eine Zivilklage eingereicht hat, beläuft sich der vorläufige Streitwert auf 2,75 Millionen Euro. „In der Klageschrift wurde der Streitwert vorläufig mit 2,75 Millionen Euro angegeben“, bestätigte das Gericht gegenüber dem kicker. Ob dieser Betrag endgültig ist, bleibt abzuwarten, da das Gericht den Streitwert noch abschließend festsetzen muss.
Winamax zeigte sich empört über den kurzfristigen Ausschluss vom Trikot des Bundesligisten und warf dem Verein vor, den Ruf des Unternehmens mehrfach beschädigt zu haben. Besonders verärgert reagierte Winamax auch darauf, dass der VfB bereits Monate zuvor die LBBW als neuen Trikotsponsor für die nächste Saison präsentiert hatte, während der Vertrag mit dem französischen Unternehmen noch lief.
Finanziell könnte sich der Wechsel für Stuttgart auszahlen. Der Vertrag mit Winamax wurde auf etwa acht Millionen Euro pro Saison geschätzt, während die zukünftigen Zahlungen der LBBW mit 8,5 Millionen Euro pro Spielzeit sogar leicht höher liegen. Abhängig vom sportlichen Erfolg könnten zusätzliche Boni hinzukommen.
Wie das Verfahren weitergeht, ist derzeit noch offen. Nach der Klageeinreichung wird üblicherweise eine Erwiderung der Franzosen erwartet. Allerdings wurde die Klageschrift bislang noch nicht offiziell zugestellt, was bei internationalen Streitfällen keine Seltenheit ist. Die zuständige Kammer des Landgerichts hat daher auch noch keinen Termin für eine mündliche Verhandlung angesetzt.
Trotz der Eskalation bleibt eine außergerichtliche Einigung weiterhin möglich. Beide Parteien halten sich hinsichtlich ihrer nächsten Schritte bedeckt, sodass die endgültige Lösung des Konflikts noch auf sich warten lässt.




